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Bad Wurzach - Zu ihrer 22. Arbeitsphase hatte das „Blasorchester Südwind“ mit Markus Hein, nach vielen internationalen Dirigenten, die zum Teil bis aus Brasilien, den USA oder Singapur kamen, wieder einen jungen deutschen Dirigenten eingeladen: Markus Hein aus München ist ein freischaffender Dirigent der schon Preise auf internationaler Ebene einheimsen konnte und sowohl in der symphonischen Blasmusik als auch im Bereich Oper und Sinfonieorchester tätig ist. Bild: Erstmals gastierte das oberschwäbische Blasorchester Südwind im Kursaal in Bad Wurzach.

 

Das Konzert wurde  am Sonntag, 8. März um 17 Uhr im Bad Wurzacher Kursaal aufgeführt. Das oberschwäbische Projektorchester „Blasorchester Südwind“ wurde 1998 um einen musikalischen Freundeskreis im Landkreis Biberach gegründet und führt jährlich eine Arbeitsphase mit international renommierten Dirigenten und/oder Komponisten durch. 2020 mit dabei sind auch die Bad Wurzacher Musiker Anja Vincon und Roland Merk (Klarinette), die Wurzacher Musikschullehrer Matthias Hänle (Horn) und Michael Porter (Schlagzeug) sowie zwei junge Talente aus dem Musikverein Arnach: Freia Völkel am Kontrabass und Magnus Räth an der Tuba. Ebenfalls als Südwind-Posaunist betätigte sich Joachim Weiss, langjähriger Dirigent des Musikverein Arnach. Und auch die Harfinistin Christine Behringer ist in Bad Wurzach keine Unbekannte, konnte sie doch bei vielen Ausstellungseröffnungen ihr Können unter Beweis stellen.

 

Mit der Ouverture zu der Bernstein Operette „Candide“ stiegen Hein und sein rund 60-köpfiges Südwind Orchester in das Programm ein. Während die Operette nicht wie etwa Bernsteins „West Side Story“ sehr erfolgreich war, wurde die instrumentale Konzertfassung und insbesondere deren Ouverture zum musikalischen, von vielen Orchestern weltweit gern gespielten Gassenhauern. Dies zeigte auch der begeisterte Applaus des Publikums, unter dem auch Petra Springer, die Leiterin der Bad Wurzacher Jugendmusikschule saß, welche die meisten Musiker persönlich kennt bzw. von den Jüngeren schon einige selbst unterrichtet hatte.

Jean Absil beschreibt in „Rites“ musikalisch das Erwachen der Natur und des Werden Tageslichtes. Das Stück, das an das Orchester höchste Anforderungen stellte, die diese sehr zur Zufriedenheit des Dirigenten erledigten, mündet nach einer Hymne an das Licht in einem noch einmal in der Dynamik gesteigerten Feuertanz.

Das dritte Stücke, das die Südwind Musiker auf die Bühne des Kurhaus brachten, war das „Lincolnshire Posy“, ein musikalische Blumenstrauß bestehend aus sechs englischen Volkslieder, die den amerikanischen Komponisten Percy Granger so tief bewegt hatten, dass er sie 30 Jahre später zu einem der bedeutendsten Werk der Blasmusikliteratur zusammenfasste.

 

Mit der dreisätzigen Symphony Nr. 2 aus dem Jahre 2004 des US-Komponisten Frank Ticheli kehrten Markus Hein und seine Musiker nach der Pause auf die Bühne zurück. Der promovierte Doktor der Musikwissenschaften, von dem viele Kompositionen zu den Standardwerken für Blasorchester zählen, gießt darin seine Eindrücke und Beobachtungen zum Thema Licht in Noten. Schnelle Läufe der Holzbläser symbolisieren dabei plötzliche Lichtblitze, mächtige, kurze Blechbläserakkorde die enormen Energien. Beim Finale, das die erhabene Kraft der Sonne aufzeigt, hat der Komponist auch den Choral „Wer Gott vertraut hat wohlgebaut“ von Johannn Sebastian Bach in das Klangbild mit eingebettet. Bereits für dieses Filetstück des Konzertes ernteten die Musiker zu Recht begeisterten Applaus des Publikumes.

Mit den „Armenian Dances Part 1“ von Alfred Reed setzten die Musiker einen wirbelnden Schlusspunkt unter das Konzert. Ähnlich wie ihn Lincolnshire Posy basiert das Stück aus sechs – in diesem Fall armenischen – Volksliedern, die Gomidas Vartabed, der Begründer der klassischen armenischen Musik Anfang des 20. Jahrhunderts gesammelt hatte. Mit dem reizvollen und humorvollen „Gna, Gna“ war die Zugabe schon vorprogrammiert. Hein und seine Musiker kam den Wünschen des Publikums mit dem „Irish Tune from County Derry“ – ebenfalls von Percy Grainger – natürlich gerne nach.

 

Aber auch die Musiker zeigten sich nach dem Konzert vom Publikumszuspruch und der Begeisterung sehr angetan und applaudierten kräftig.

 

 

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

 

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