20gebet wuBad Wurzach - „Wie du dich, so auch mich“ oder „Wie ich mich, so auch dich.“ – Lautet der Spruch nicht ein bisschen anders? Sie wissen schon, wie. Nur, in Coronazeiten müssen auch altbekannte Sprüche der neuen Lage angepasst werden. Schließlich haben wir seit zwei Monaten beim Tschüß-Sagen ebenfalls ’ne neue Floskel…

 

 

 

 

23impuls corona

 

… und sagen „Bleiben Sie gesund!“ Früher hieß es „Mach’s gut!“, „Halt die Ohren steif!“ oder „Pass auf dich auf!“ Manchmal auch „Lass dich nicht unterkriegen!“ oder, mit ’ner extra Dosis Herzlichkeit: „Alles Gute für Sie!“ Hier im Oberland hör ich gelegentlich sogar noch das altbewährte „Behüt dich Gott!“ Jetzt aber überall, wo man sich verabschiedet: „Bleib gesund!“ Und jedes Mal stutze ich und denk: ‘Ist es nur das, was wir nötig haben? Und wie weit hab ich das denn in der Hand?!‘

 

Die meisten von uns können sich nicht total isolieren, wollen’s auch nicht. Drum Hygieneregeln und das Abstandsgebot. Doch so sehr man sich bemüht, die einzuhalten, es bleibt ein Restrisiko. „Bleib gesund“ – natürlich weiß man, was gemeint ist: einfach ein guter Wunsch. Weil wir alle gefährdet sind. Hat auch was Beschwörendes: „Dass dich nur ja kein Virus erwischt! Bleib gesund!“ Das wünsch ich mir selbst auch, aber braucht’s nicht am allernötigsten „die Kraft von oben“? Ein Glaubensvertrauen, dass Gott uns segnet und behütet in gesunden wie in kranken Tagen! – Ganz offenkundig ist die neue Wunschfloskel etwas unscharf. Na, wir sind am Lernen. Das Schlagwort „social distancing“ verschwand schnell wieder, weil rasch klar wurde: Wo wir so penibel auf körperliche Distanz achten müssen, geht‘s gerade darum, dass wir unsere Sozialkontakte besonders sorgsam pflegen. Gibt ja ‘ne Menge Möglichkeiten, kommunikativ und kreativ, die ein liebevolles Herz aushecken und in die Tat umsetzen kann…

 

Aber nochmal zum Spruch vom Anfang „Wie du dich, so auch mich“. Wir haben’s ein großes Stück weit in der Hand, von Corona verschont zu bleiben: „Schütz ich mich, so schütz ich dich“ und umgekehrt. Dieses „auf gegenseitig“ erfahren wir zurzeit besonders deutlich. Doch es gilt allgemein: Wer auf die eigene Gesundheit an Leib und Seele achtet, gewinnt Wohlbefinden, erspart gleichzeitig der Gemeinschaft Kosten und hat meist noch Kraft, auch andern zu helfen. „Auf gegenseitig“ steckt bereits im höchsten Gebot der Bibel – hier die 2. Hälfte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Die 1. Hälfte: Gottes Liebe zu uns und unsre zu Gott.) Das Geniale daran: Es läuft auf eine Win–Win- Situation hinaus. Zu sich selbst gut sein ist nicht egoistisch. Sondern für ein gutes Miteinander braucht’s Menschen, die selbstbewusst, also sich ihrer selbst bewusst sind: ihrer Stärken und Schwächen, ihrer Chancen und Grenzen. Menschen, die sorgsam auf sich achten und damit anderen Probleme ersparen, ihre Fähigkeiten jedoch auch andern zugute einsetzen. Gottlob dürfen wir eine Menge solcher Zeitgenossen erleben! Es ist ein ständiges Üben, Selbstliebe und Nächstenliebe in Balance zu halten. 

 

Also Tschüss, machen Sie’s gut. Nicht unterkriegen lassen! Achten Sie auf sich, alles Gute für Sie, auch Gesundheit. Aber vor allem: Behüt‘ Sie Gott!

 

 

Text: Verena Engels-Reiniger

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