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Bad Wurzach - Für die Vorsitzende des Jersey-Komitees im Partnerschaftsverein Bad Wurzach, Gisela Rothenhäusler, war die Aktion, auf den Gräbern der in Bad Wurzach verstorbenen Internierten am Gedenktag der Befreiung rote Rosen nieder zu legen, eine Herzensangelegenheit, von der sie sich auch von den Einschränkungen der Corona-Krise nicht abhalten ließ. Bild: Gisela Rothenhäusler (3.v.l.) legte vor laufender Kamera des SWR-Fernsehteams jeweils eine rote Rose auf die Gräber der verstorbenden Internierten, während sie ihnen mit einer Kurzbiographie gedachte.

 

War an diesem 28. April 2020 ursprünglich ein Gedenktag in großem Rahmen mit Überlebenden und Nachkommen der ehemaligen Internierten von der Kanalinsel Jersey geplant, so mussten Gisela Rothenhäusler und ihre Mitstreiter im Partnerschaftsverein wegen der andauernden Pandemie sich in den vergangenen Wochen rasch eine neue Möglichkeit suchen, den Freunden auf Jersey ein Signal des Gedenkens zukommen zu lassen. Nachdem auch die Möglichkeit – aufgrund der strengen Corona-Regeln – wegfiel, mit dem gesamten Vorstand des Partnerschaftsvereines auf den Gräbern der in Bad Wurzach gestorbenen und beerdigten Internierten jeweils eine rote Rose abzulegen, wandte sich Rothenhäusler an das SWR-Fernsehen in Person von Bernhard Hentschel und Bürgermeisterin Alexandra Scherer.

 

Hentschel hatte bereits vor fünf Jahren zum 70jährigen Jubiläum ausführlich über die damaligen Gedenkfeierlichkeiten berichtet und zeigte sich von der Idee angetan. Und so legte Gisela Rothenhäusler vor laufender Kamera Rosen auf die Gräber, nicht ohne kleine Biographien der Verstorbenen zu verlesen. Etwa die von Geraldine Barnes, die mit nur 6 Jahren 1943 an Diphterie gestorben war. Oder des im Lager sehr beliebten Lagergeistlichen Reverend Cecil Atyeo, der zwei Monate vor der Befreiung an einer Lungenentzündung starb. Tragisch war auch das Schicksal des zehnjährigen Raymond Gould, der beim Spielen im Januar 1944 einen Schädelbasisbruch erlitt. Aber Rothenhäusler legte auch eine Rose auf die Gräber von zwei polnischen Zwangsarbeitern, die noch im April 1945 von der Gestapo verhaftet worden waren und die später im Ried erschossen aufgefunden wurden. Ebenso wie auf das von Alfred Miranda, der das KZ Bergen-Belsen überlebt hatte und wenige Tage nach seiner Ankunft im Lager in Bad Wurzach im November 1944 verstarb.

 

Bürgermeisterin Alexandra Scherer legte daraufhin an dem in unmittelbarer Nähe zu den Gräbern der verstorbenen Internierten liegenden Gedenkstein für die Opfer der beiden Weltkriege Rosen nieder. Mit einem Gebet rundete Diakon Berndt Rosenthal den feierlichen Charakter dieser Gedenkstunde für die Befreiung der Internierten vor 75 Jahren ab. Gemeinsam mit dem dreiköpfigen Fernsehteam begab sich Gisela Rothenhäusler im Anschluss noch zum Schloss, wo dieses am ehemaligen Ort der Internierung noch ergänzende Filmaufnahmen machte.

 

 

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

 

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